Film: „Wer rettet wen? – Reloaded“

Filmabend mit Diskussion: „Wer rettet wen? – Reloaded“. Termin: 28.9., 19 Uhr, Stadtbibliothek in der Aumühle, Bullachstr. 26, Fürstenfeldbruck. Im Anschluss an den Film laden wir zur Diskussion ein. Die aktualisierte Version des ursprünglich 2015 produzierten Films „Wer rettet wen – reloaded“ behandelt die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Weltwirtschaft. Er weist auf die Gefahr hin, dass vor allem die „Superreichen“ wieder von dieser Krise profitieren, und die Lohnabhängigen letztlich wieder deutlich schlechter gestellt werden. Außerdem ist zu befürchten, dass die immense Ausweitung der Staatsverschuldung uns wieder in eine handfeste Eurokrise führen wird. Schon vor „Corona“ gab es genügend Anzeichen, dass wir in eine Weltwirtschaftskrise schlittern könnten, dessen Ausmaß nur vergleichbar wäre mit der Krise von 1929. – Kooperationsveranstaltung der Stadtbibliothek mit dem Sozialforum Amper und dem Eine-Welt-Zentrum FFB e.V. Anmeldung wegen begrenzter Plätze empfehlenswert: Tel. 08141/36309-10 oder stadtbibliothek@fuerstenfeldbruck.de. Eintritt: frei.

Moria im Chaos

Information vom Münchner Flüchtlingsrat: Letzte Nacht sind Großteile des Flüchtlingslagers Moria auf Lesbos abgebrannt. In dem Lager lebten zuletzt ca. 13.000 Menschen bei einer Kapazität, die nur auf 2.800 Personen ausgerichtet ist. Schon seit Jahren machten die Menschen dort selbst und zahlreiche Organisationen auf die menschenunwürdigen Bedingungen aufmerksam. Aber spätestens seit Ausbruch der globalen Pandemie war klar, dass hier Menschen wissentlich gezwungen werden, unter Bedingungen zu leben, unter denen Social Distancing, regelmäßiges Händewaschen und der Schutz von Risikogruppen vollkommen unmöglich ist. Am 2. September gab es den ersten offiziell bestätigten Corona-Fall in Moria – seitdem ist die Zahl auf 35 gestiegen. Als Reaktion darauf wurde das Lager pauschal unter Quarantäne gestellt – ohne dass klar war, wie eine Versorgung der Menschen gewährleistet sein sollte. Zahlreiche Kommunen in Deutschland haben sich bereits vor Monaten bereit erklärt, Menschen aus den Lagern auf den griechischen Inseln aufzunehmen. Anfang Juli wurde im Bayerischen Landtag über ein Landesaufnahmeprogramm für Geflüchtete von den griechischen Inseln abgestimmt. Aus diesem Anlass hatte der Münchner Flüchtlingsrat eine 24-stündige Mahnwache vor dem Landtag abgehalten. Der Antrag wurde abgelehnt mit dem Verweis, dass Bayern keinen Sonderweg einschlagen solle und es eine europäische Lösung brauche. „An der jetzigen Situation zeigt sich, dass Europa nicht in der Lage ist, Lösungen zu finden. Was letzte Nacht auf Lesbos passierte, ist keine unvorhergesehene Katastrophe – es ist das Resultat einer menschenverachtenden europäischen Flüchtlingspolitik. Jetzt braucht es schnelle kommunale Aufnahmemöglichkeiten für Geflüchtete“, sagt Hannah Sommer, Mitarbeiterin des Münchner Flüchtlingsrates. – Quelle: https://mailchi.mp/67e1b5f533fb/mfr-newsletter-september-201?e=
Information von ProAsyl: Die Nachrichten aus Lesbos sind schockierend, sie machen uns wütend und fassungslos. Durch den Brand in der Nacht auf Mittwoch sind weite Teile des Elendslagers Moria zerstört. Viele Menschen haben ihre wenigen Habseligkeiten verloren und nun auch kein Dach mehr über dem Kopf. Es ist keine Frage: Verantwortlich dafür sind die in Europa politisch Handelnden. Das Camp war schon lange hoffnungslos überfüllt, die Bedingungen katastrophal – die Hilferufe der notleidenden Menschen wurden bewusst überhört. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Corona auch das Lager erreicht – alle Warnungen wurden ignoriert. In Deutschland haben hunderte Kommunen und verschiedene Bundesländer ihre Aufnahmebereitschaft erklärt – das wurde von Bundesinnenminister Seehofer brüsk abgelehnt. Stets war von der angestrebten »gesamteuropäischen Lösung« die Rede. Seit Monaten, ja seit Jahren. Gekommen ist sie nie. – Hier gibt es einen ausführlichen Text zur Situation auf Lesbos. – Auch unsere politischen Forderungen sind klar: Für Katastrophen gibt es einen europäischen Notfallmechanismus. Er muss sofort aktiviert und die Menschen in Sicherheit gebracht werden. Deutschland und andere EU-Staaten müssen die Geflüchteten aufnehmen. Die Pläne zu Haftlagern und Asylverfahren an der europäischen Außengrenze gehören sofort in den Papierkorb. Europa braucht unter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft einen Paradigmenwechsel. Hin zu menschenrechtsbasierter Politik. Jetzt! – Quelle: https://proasyl.gu-marketingsuite.com/index.php?action=social&chash=5ef059938ba799aaa845e1c2e8a762bd.233&s=

„Fridays for Future FFB“ ruft zur Demo auf

Freitag, 25.9.20, in Fürstenfeldbruck: Der *globale Klimastreik am 25. September* rückt immer näher – und wir machen in Fürstenfeldbruck mit! 💚 Wir haben Euch ja im März versprochen, dass wir die ausgefallene Demo auf jeden Fall nachholen werden. Jetzt ist es soweit! 🥳 Doch dieses Mal geht es nicht nur um den globalen Klimawandel, sondern wir kämpfen auch für den *Erhalt des Rothschwaiger Waldes* – und das nicht alleine, sondern gemeinsam mit einem riesigen Bündnis aus Vereinen und Parteien! 📢💪 Selbstverständlich berücksichtigen wir die aktuelle Pandemie-Situation. Getreu dem Motto #FightEveryCrisis werden wir mit einem umfangreichen Hygienekonzept, Abstand und Masken unser Bestes für Eure Sicherheit und Gesundheit geben.😷 🦠 Also seid gespannt, haltet Euch am 25.9 den Nachmittag frei und lasst uns gemeinsam in Fürstenfeldbruck auf die Straße gehen und den Rothschwaiger Wald retten! 🌳🌲💪 Nähere Infos folgen in Kürze! 💚 Bereits jetzt suchen wir ausreichend Ordner! Wenn Du also volljährig bist, brauchen wir dringend Deine Hilfe: https://fffutu.re/Ordner-FFB – Anmeldung Ordner*innen 25.9 in FFB. Um die Demonstration am 25. September umsetzen zu können, benötigen wir jede Menge Ordner*innen.
Globaler Klimastreik. Aufruf von Fridays for Future zum Klimaaktionstag am 25.9.2020: Ein Jahr nach unserem bisher größten Streiktag und nach unzähligen Onlinestreiks ist es wieder so weit: Wir rufen zum großen Offline-Protesttag am 25. September auf. Die Klimajugendbewegung Fridays for Future meldet sich zurück. Im Aufruf wird an den Aktionstag im vorigen Jahr angeknüpf. Denn wenn die Corona-Krise eines gezeigt hat, dann: Treat every crisis like a crisis. Wir haben gesehen: die Politik kann handeln, wenn es darauf ankommt. Jetzt fordern wir: tut das auch bei der Klimakatastrophe! Kurz nach Ende der Bundestags-Sommerpause fluten wir also die Straßen und zeigen, dass gute Klimapolitik wichtiger ist, denn je und Klimagerechtigkeit unvermeidbar für eine Zukunft, in der wir gut und gerne leben. Natürlich wird bei allen unseren Aktionen auf die Einhaltung wichtiger Corona-Maßnahmen geachtet! – Webseiten: https://fridaysforfuture.de/save-the-date und https://togetherforfuture.org und https://www.klima-streik.org/infos/aufruf

Stellungnahme von „attac“ zum Antikriegstag am 1. September

Stellungnahme der attac-Arbeitsgruppe Globalisierung und Krieg und der Projektgruppe Europ: Gegenwärtig erleben wir, wie sich in atemberaubendem Tempo ein neuer Kalter Krieg anbahnt. Fast täglich eskaliert die Trump-Administration mit Sanktionen, Verboten und Drohungen die Spannungen mit China. Auch mit Russland, das schon mit der Ostererweiterung der NATO in den 90er Jahren wieder zum Feind gemacht wurde, wird eine Konfrontationspolitik verfolgt, an der sich auch Deutschland und die EU mit Eifer beteiligen. Dabei ist Deutschland u.a. wegen der geplanten neuen Gaspipeline aus Russland selber Ziel von US-Sanktionsdrohungen. Die Gefahr eines Kriegeszwischen den Großmächten, die seit den 1990er Jahren gebannt schien, ist zurück. Aber auch „nur“ ein neuer kalter Krieg, mit Wettrüsten, hemmungsloser Feinbildproduktion und permanentem Alarm-und Krisenzustand wäre fatal. Er wäre eine permanente globale Konflikt-und Kriegsdrohung. Auch regionale Konflikte mit internationalen Dimensionen –Ukraine, östlichesMittelmeer, Nahostregion, koreanischen Halbinsel u.a. – gefährden die internationale Sicherheit. Dabei steckt die Menschheit in einer Zivilisationskrise, die globale Kooperation bei der Bekämpfung von Klima- und Umweltkrisen, Corona-Pandemie, globaler Armut und der Lösung der Problemen von Flucht und Migration zwingender macht als je zuvor. – Quelle: attac – https://www.attac.de/fileadmin/user_upload/bundesebene/Pressegruppe/200901_Antikriegstag_Erklaerung.pdf. Weitere Infos: Antikriegstag: USA heizen neuen Kalten Krieg an. Militarisierung der EU und deutsche Großmachtambitionen – https://www.attac.de/startseite/teaser-detailansicht/news/antikriegstag-usa-heizen-neuen-kalten-krieg-an

Buchvorstellung: „Das Treuhand-Trauma“

Dienstag,1.9., um 18:00 Uhr, in der Stadtbibliothek Aumühle, Bullachstr. 26, FFB: Buchvorstellung „Das Treuhand-Trauma: Die Spätfolgen der Übernahme“. Seit Jahren untersucht die Schweizer Soziologin Yana Milev, was beim Untergang der DDR und danach mit den Ostdeutschen passiert ist. In ihrem Buch „Das Treuhand-Trauma“ hat sie die Auswirkungen der Bonner Abwicklungs- und Anschlusspolitik seziert und die mediale Begleitung der Übernahme analysiert. Im Zentrum ihrer Untersuchungen steht die Treuhandanstalt als Vollstreckerin des politischen Willens der Mächtigen der alten Bundesrepublik. Yana Milev, geboren in Leipzig, Kulturphilosophin, Soziologin, Ethnografin, ist Privatdozentin für Kultursoziologie und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Soziologie der Universität St. Gallen. Sie ist Initiatorin und Leiterin des Forschungsprojekts «Entkoppelte Gesellschaft. Liberalisierung und Widerstand in Ostdeutschland seit 1989/90. Ein soziologisches Laboratorium», das als Edition beim Wissenschaftsverlag Peter Lang seit 2019 publiziert wird. – Eintritt frei. – Kooperationsveranstaltungen mit dem Sozialforum Amper und dem Kurt-Eisner-Verein München. – Infos auf der Webseite der Stadtbibliothek: www.stadtbibliothek-fuerstenfeldbruck.de. – Die Ausstellung der Stadtbibliothek mit Begleitprogramm zur „Treuhand-Abwicklung“ der DDR-Industrie: „Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale“ ist bis 9. September 2020 in der Stadtbibliothek zu sehen.

Appell für atomwaffenfreies Europa

Die deutsche Sektion der International Association of Lawyers against Nuclear Arms (IALANA) machte am Sonntag auf einen Aufruf von Organisationen für ein atomwaffenfreies Europa aufmerksam. Darin heißt es: Zum 75. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki wird eine neue Kampagne gestartet, um Europa zu einer kernwaffenfreien Zone zu machen. Die Kampagne wird von acht Organisationen initiiert: der Bertrand Russell Peace Foundation, Church and Peace, dem Internationalen Netzwerk von Ingenieuren und Wissenschaftlern für globale Verantwortung (INES), dem Internationalen Friedensbüro (IPB), dem Internationalen Gewerkschaftsbund (IGB), der europäischen Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW), Pax Christi International und Quakers Europe. Sie haben sich zusammengeschlossen, um ihre Besorgnis über die globale Situation zum Ausdruck zu bringen, die ihrer Meinung nach gefährlicher ist als je zuvor. In einer unterstützenden Erklärung, die mit dem Appell herausgegeben wurde, wird darauf hingewiesen, dass »die Rüstungskontrollverträge nicht mehr eingehalten werden und die Regierungen begonnen haben, die Atomwaffenarsenale zu aktualisieren und zu erweitern«. Parallel dazu verringern neue Technologien die Möglichkeit menschlichen Eingreifens und verkürzen mögliche Reaktionszeiten. Und sie sagen, dass dies »die Zeit verkürzt, die zur Verfügung steht, um über mögliche Reaktionen nachzudenken«, und daher »die Wahrscheinlichkeit eines katastrophalen Unfalls oder Fehlers dramatisch zunimmt«. In der Erklärung heißt es weiter, dass »die Welt an einem Scheideweg steht und Europa eine strategische Entscheidung treffen muss: Teil des Wettrüstens zu bleiben oder eine globale Führungsrolle zu demonstrieren, indem es einen friedlichen Ansatz für eine gemeinsame globale Sicherheit fördert«. In der Kampagne wird auch darauf hingewiesen, dass die Menschen seit vielen Jahren ein atomwaffenfreies Europa und die Beseitigung der in ihren Ländern befindlichen US-Atomwaffen fordern. In jüngster Zeit haben sie sich auch bei ihren Regierungen dafür eingesetzt, dass der Vertrag über das Verbot von Kernwaffen (TPNW) ratifiziert wird. »In dem Maße, wie die Risiken einer nuklearen Konfrontation in Europa wachsen und sich auf den Nahen Osten, China und die koreanische Halbinsel ausbreiten, und auf dem Weg aus der Pandemie, haben wir die Chance, uns wieder neu aufzustellen. Heute schließen wir uns den Stimmen der Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki an und appellieren an unsere Mitbürger, Politiker und Regierungen, dringend eine europäische atomwaffenfreie Zone zu unterstützen.«
Die Proklamation der Bürger ruft alle europäischen Regierungen dazu auf: – die Modernisierung aller Atomwaffen zu beenden, – die nukleare Teilhabe zu beenden, – und den Vertrag über das Verbot von Atomwaffen (TPNW) zu unterzeichnen und zu ratifizieren. Weitere Einzelheiten sowie die Möglichkeit zur Unterzeichnung und Unterstützung des Aufrufs sind zu finden unter: https://www.nukefreeeurope.eu.

„Treuhand-Abwicklung“ der DDR-Industrie

Ausstellung der Stadtbibliothek mit Begleitprogramm zur „Treuhand-Abwicklung“ der DDR-Industrie: Montag, 17.8., um 18 Uhr, in der Stadtbibliothek Aumühle, Bullachstr. 26, FFB: „Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale“. Die Ausstellung mit Begleitprogramm ist bis 9. September in der Stadtbibliothek zu sehen. Ausstellungseröffnung: Mo, 17.8., um 18 Uhr. Zur Eröffnung von 18 Uhr an soll Christa Luft, Wirtschaftsministerin in der Übergangsregierung Modrow, per Video zugeschaltet werden. Die Geschichte der Treuhand. Ausstellung beschäftigt sich mit Umgang mit dem DDR-Nachlass. Begleitet wird die Ausstellung „Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale: Wie DDR-Betriebe abgewickelt wurden“ von Vorträgen und Lesungen. Im Fokus stehen dabei die Geschichten ostdeutscher Betroffener … Alle Veranstaltungen finden in der Stadtbibliothek in der Aumühle statt. 9.000 volkseigene Betriebe mit insgesamt 4,1 Millionen Arbeitsplätzen sollte die Treuhandanstalt innerhalb kürzester Zeit «markttauglich» machen. Die Betriebe wurden privatisiert oder liquidiert. Dieser „Crashkurs“ stürzte Millionen Ostdeutsche in tiefe Existenznöte, auch das soziale Netz – in der DDR eng verwoben mit der Arbeitsstelle – zerriss. – Eintritt frei.
Dienstag, 1.9., um 18:00 Uhr, in der Stadtbibliothek Aumühle, Bullachstr. 26, FFB: Buchvorstellung „Das Treuhand-Trauma: Die Spätfolgen der Übernahme“. Seit Jahren untersucht die Schweizer Soziologin Yana Milev, was beim Untergang der DDR und danach mit den Ostdeutschen passiert ist. In ihrem Buch „Das Treuhand-Trauma“ hat sie die Auswirkungen der Bonner Abwicklungs- und Anschlusspolitik seziert und die mediale Begleitung der Übernahme analysiert. Im Zentrum ihrer Untersuchungen steht die Treuhandanstalt als Vollstreckerin des politischen Willens der Mächtigen der alten Bundesrepublik. Yana Milev, geboren in Leipzig, Kulturphilosophin, Soziologin, Ethnografin, ist Privatdozentin für Kultursoziologie und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Soziologie der Universität St. Gallen. Sie ist Initiatorin und Leiterin des Forschungsprojekts «Entkoppelte Gesellschaft. Liberalisierung und Widerstand in Ostdeutschland seit 1989/90. Ein soziologisches Laboratorium», das als Edition beim Wissenschaftsverlag Peter Lang seit 2019 publiziert wird. – Eintritt frei. – Kooperationsveranstaltungen mit dem Sozialforum Amper und dem Kurt-Eisner-Verein München.
Infos auf der Webseite der Stadtbibliothek: www.stadtbibliothek-fuerstenfeldbruck.de.

Mahnwachen am Hiroshima- und Nagasaki-Gedenktag in FFB

Am Donnerstag, den 6. August, beteiligen wir uns mit dem Aufruf „Hiroshima und Nagasaki mahnen – Beitritt zum UN-Atomwaffenverbot jetzt!“ an den weltweiten Protesten gegen atomare Aufrüstung mit Mahnwachen in unserer Kreisstadt Fürstenfeldbruck:
9:30 – 10:30 in der Schöngeisinger Straße (Ecke Viehmarktstraße)
11:00 – 12:00 vor dem Rathaus (Hauptstraße, Ecke Augsburger Straße)
16:00 – 17:00 vor der Sparkasse am Hauptplatz
Hiroshima und Nagasaki mahnen. Vor 75 Jahren, am 6. und 9. August 1945 wurden die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. 65.000 Menschen verdampften und verbrannten auf der Stelle, bis zum Ende des Jahres starben mehr als 200.000. Diese Opfer mahnen uns, die katastrophalen humanitären Folgen von Atomwaffen zu erkennen und für eine Welt ohne Atomwaffen einzustehen. Nuklearwaffen sind die gefährlichsten Waffen, die je geschaffen wurden. Atomwaffen unterscheiden sich von allen anderen Waffen sowohl durch das Ausmaß der Zerstörung als auch durch die langfristige Wirkung radioaktiver Verseuchung und die dadurch verursachten genetischen Schäden. Jetzt droht ein neues atomares Wettrüsten. Nach der Kündigung des INF-Vertrages durch die US-Regierung, der mehr als 30 Jahre lang die Entwicklung und Stationierung atomarer Mittelstreckenwaffen verboten hatte, und nachdem Moskau ebenfalls aus seinen Vertrags-Verpflichtungen ausgestiegen ist, droht jetzt die Neustationierung dieser für einen nuklearen Erstschlag einsetzbaren Waffen. Die Atommächte sind dabei, Milliardensummen in die Aufrüstung ihrer Arsenale zu investieren. Auch die in Deutschland stationierten US-Atombomben sollen durch neue, zielgenaue, flexibel einsetzbare Atomwaffen ersetzt und neue Trägerflugzeuge für den Einsatz dieser Atombomben angeschafft werden. Europa darf nicht zum atomaren Schlachtfeld werden. Der Gefahr eines drohenden Atomkriegs in Europa muss jetzt entschiedener Widerstand entgegen gesetzt werden. Beitritt zum UN-Atomwaffenverbots-Vertrag jetzt! Die Botschaft, die der Atomwaffenverbotsvertrag in die Welt sendet, ist eindeutig: Wir müssen die Atomwaffen abschaffen – bevor die Atomwaffen uns abschaffen. Diese Botschaft richtet sich auch an unsere Bundesregierung, welche sich bis heute weigert, die US-amerikanischen Atomwaffen aus Büchel in der Pfalz abziehen zu lassen und dem Verbotsvertrag beizutreten. Wir fordern die deutsche Bundesregierung auf: – die nukleare Teilhabe Deutschlands zu beenden; – den Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen zu unterzeichnen und den Abzug der in Büchel stationierten US-Atomwaffen durchzusetzen; – keine neuen Kampfflugzeuge für einen Atomwaffeneinsatz zu beschaffen; – keine Genehmigung zur Stationierung neuer Mittelstreckenwaffen zu erteilen; – Atomwaffen aufgrund der katastrophalen humanitären Folgen ihres Einsatzes zu ächten.
Veranstalter: Sozialforum Amper, unterstützt von Mitgliedern des Eine-Welt-Zentrum e.V., GEW Kreisverband FFB, Bündnis FFB ist bunt – nicht braun, Brucker Brücke – das Wir stärken/LIFEstudioFFB, VVN-BdA.

Heute vor 75 Jahren wurde zum ersten Mal eine Atombombe eingesetzt – mit verheerenden Folgen für die Menschen in Hiroshima. „Dual Use Technologie“ nennen Fachleute die Anlagen, die sowohl für die wirtschaftliche als auch für die kriegerische Nutzung der Atomkraft verwendet werden können, etwa Wiederaufarbeitung oder Urananreicherung. Auch der Forschungsreaktor in München-Garching wird mit atomwaffenfähigem hochangereichertem Uran betrieben. Um auf den Zusammenhang hinzuweisen, rufen verschiedene Initiativen für Sonntag, den 9. August, zum Jahrestag der zweiten Atombombe, die Nagasaki auslöschte, zu einer Fahrraddemonstration  zur Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau auf. .ausgestrahlt hat sich seit seiner Gründung auf den Protest und Widerstand gegen Atomkraftwerke und Atomindustrie konzentriert, wohl wissend, dass es den engen Zusammenhang zu Atomwaffen gibt. Doch da wir eine kleine Organisation sind, die mit ihren begrenzten Ressourcen haushalten muss, waren und sind wir sehr froh, dass sich befreundete Organisationen schwerpunktmäßig gegen Atomwaffen engagieren, etwa IPPNW , ICAN  , die Kampagne „atomwaffenfrei jetzt“ oder das Netzwerk Friedenskooperative. – Lies mehr über das Bombenrisiko Atomkraft: https://www.ausgestrahlt.de/informieren/bombenrisiko/?pk_campaign=nl060820&pk_kwd=None&pk_source=mail
Quelle: .ausgestrahlt e.V.

Erinnert Euch an Eure Menschlichkeit!

Am 9. Juli, jährt sich zum 65. Mal das Russell-Einstein-Manifest, ein bahnbrechendes Ereignis, das 1957 zur Gründung der Pugwash-Konferenzen über Wissenschaft und Weltangelegenheiten (1995 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet) und 1960 zur Gründung der Weltakademie für Kunst und Wissenschaft führte. In dieser Woche finden auch zwei weitere bedeutende, mit der nuklearen Abrüstung in Verbindung stehende Jahrestage statt: Am 8. Juli 1996 fällte der Internationale Gerichtshof (IGH) sein historisches Urteil über die Rechtswidrigkeit der Androhung oder des Einsatzes von Atomwaffen. Und der 10. Juli ist der Jahrestag des staatlich geförderten terroristischen Bombenanschlags auf das Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior im Hafen von Auckland, Neuseeland. Verhindert werden sollte ein Protest gegen die französischen Atomtests in Moruroa. Den sich daraus ergebenden Disput zwischen Frankreich und Neuseeland schlichteten die Vereinten Nationen. Im Mai 1946 richtete Albert Einstein einen Appell an mehrere hundert prominenten Amerikaner, in dem er zur Gründung einer Organisation aufrief, „um die Menschen wissen zu lassen, dass eine neue Art des Denkens im Atomzeitalter unerlässlich ist“. Einstein schrieb in seinem Telegramm: „Die entfesselte Kraft des Atoms hat alles verändert, außer unsere Denkweise, und so treiben wir auf eine beispiellose Katastrophe zu“. Nach Einsteins Ansicht schloss das „alte Denken“ den Glauben ein, dass Kriege unvermeidlich sind, dass die beste Verteidigung ein guter Angriff ist, dass jede militärische Aufrüstung durch einen Feind ausgeglichen oder übertroffen werden muss und dass Kriege gegen hasserfüllte und gefährliche Konzepte wie Terrorismus und Kommunismus geführt werden können und müssen. Das neue Denken hingegen sah vor, dass die globale Ordnungs- und Strukturpolitik, Konfliktlösung und gemeinsame Sicherheit die Kriegsbereitschaft ersetzen müssen. Diese Denkweise umriss das Manifest von Russell-Einstein, das mit der Frage beginnt: „Hier ist also das Problem, das wir Ihnen präsentieren, krass und schrecklich und unausweichlich: Sollen wir der menschlichen Rasse ein Ende setzen, oder soll die Menschheit dem Krieg abschwören? … Wir appellieren als Menschen an die Menschen: Erinnert Euch an Eure Menschlichkeit und vergesst den Rest. Wenn ihr dies tun könnt, steht euch der Weg zu einem neuen Paradies offen; wenn ihr es nicht könnt, liegt vor euch das Risiko eines universellen Todes.“ – Der Bericht: https://www.pressenza.com/de/2020/07/erinnert-euch-an-eure-menschlichkeit-jahrestage-des-russell-einstein-manifests-des-igh-urteils-und-des-bombenangriffs-auf-rainbow-warrior

Flüchtlingsunterkünfte – Quälende Quarantäne

Der Münchner Flüchtlingsrat berichtet: Hunderte Geflüchtete müssen derzeit wegen der Corona-Pandemie in überhitzten Unterkünften leben. Nur 30 Minuten dürfen sie täglich an die frische Luft, berichten Helfer. In München wird eine Unterkunft nach der anderen unter Quarantäne gestellt. Die Bedingungen sind teilweise katastrophal. Einen Überblick über die Situation könnt Ihr im Artikel in der Süddeutschen Zeitung nachlesen. Von der Regierung von Oberbayern kann man ja fast nichts anderes erwarten, als auf den Rechten der Geflüchteten zu trampeln, aber zumindest die Stadt muss hier handeln! Erst im Juni hat uns Dieter Reiter auf unseren offenen Brief geantwortet: „Mit Ausnahme der vulnerablen Gruppen, die besonderen Schutzes bedürfe, hält das Sozialreferat eine präventive Unterbringung sämtlicher Bewohner*innen von Mehrbettzimmern in Einzelzimmern von Hotels für nicht verhältnismäßig, um eine Ausbreitung des Corona- Virus unter Geflüchteten zu verhindern.“ Das sehen wir anders! Das Einsperren von Hunderten Personen ist das, was nicht verhältnismäßig ist. – Quelle: http://muenchner-fluechtlingsrat.de