Aufruf des Aktionsbüros Ramstein-Kampagne Berlin

Am Samstag, den 29. Juni ab 13 Uhr, Beginn am Haus des Bürgers in Ramstein-Miesenbach, demonstrieren wir zum fünften Mal. Wir fordern: Nein, die Umwelt darf nicht weiter zerstört werden, durch gesundheitsgefährdenden Lärm durch die Militärflugzeuge, verschmutztes Grundwasser, Feinstaub und Emissionen. Wir wollen keine völkerrechtswidrigen Drohneneinsätze, die von der Air Base Ramstein koordiniert werden und hauptsächlich Zivilisten töten. Die Air Base darf nicht länger die Einsatzzentrale für weltweite Kriege sein – sei es gegen den Iran, gegen Syrien oder Irak. Wir sagen nein zu NATO/US-Kriegen. Ja sagen wir zu einer Welt ohne Atomwaffen – wir wollen auch keine neuen US-Atomwaffen in Europa und auch keine „modernisierten“ Atomwaffen. Wir wollen leben, in Gerechtigkeit und Frieden. Dafür treten wir ein, laut und immer wieder. Deshalb demonstrieren wir am 29.06.2019 für Frieden und Abrüstung und gegen Krieg.
Aufruf zu Aktionen des zivilen Ungehorsams: Wir blockieren die Air Base Ramstein: Ramstein ist die logistische europäische Drehscheibe für Kriegseinsätze. Die Air Base Ramstein ist das Auswertungszentrum und die Relaisstation für weltweite Drohneneinsätze, z.B. in Afghanistan, oder im Jemen. Satellitendaten der Kampfdrohnen werden in Ramstein empfangen und über Glasfaserleitungen an die steuernden Drohnenpiloten in den USA übertragen. Von dort werden dann gezielte Tötungen durch Lenkraketen der Drohnen per Joystick ausgelöst. Das bedeutet: Von deutschem Boden aus wird der völkerrechtswidrige Drohnenkrieg koordiniert und werden Drohnen ins Ziel gelenkt. Drohnen töten aus dem Hinterhalt, ohne Kriegserklärung und ohne Gerichtsurteil – auch Zivilpersonen wie Frauen und Kinder. Das ist ethisch verwerflich und untergräbt das Völkerrecht. Wir wehren uns nicht nur gegen die US-Drohnen, sondern auch gegen den Beschluss der Bundesregierung vom Juni 2018, die Kampfdrohne „HeronTP“ für die Bundeswehr zu beschaffen. Mit der geplanten „Eurodrohne“ ab 2025 sollen sogenannte „Fähigkeitslücken“ geschlossen werden. Damit wird die EU-Militarisierung im Rahmen von PESCO, der ständigen Zusammenarbeit der EU-Staaten, vorangetrieben. Für die Bevölkerung in den betroffenen Regionen bedeutet die Relaisstation, in ständiger Bedrohung und mit Fluglärmbelastungen zu leben sowie mit großen Umweltbelastungen am Boden und im Grundwasser konfrontiert zu werden.
Wir sagen Nein! *Wir lehnen die zerstörerische Gewalt des Krieges nicht nur ab, wir widersetzen uns ihr. *Wir machen das Unrecht des Drohnenkriegs, das von der Air Base Ramstein ausgeht, öffentlich. Mehr noch: *Wir widersetzen uns konkret. Wir verweigern der Politik und dem kriegerischen System unseren Gehorsam. *Wir stellen uns dem Drohnenkrieg und der Kriegsvorbereitung, wie sie in der Air Base Ramstein betrieben werden, in den Weg. *Wir nehmen uns das Recht auf Widerstand und praktizieren zivilen Ungehorsam, um friedliche Wege in die Zukunft zu ermöglichen. *Wir stehen persönlich, couragiert und solidarisch für die Alternative: Frieden heißt: Abrüstung, sozial-ökologische Konversion der Region und zivile Konfliktbearbeitung! Frieden ist für uns nicht nur fernes Ziel und Utopie. Wir stehen für Völkerverständigung und leben den Gedanken einer solidarischen Gesellschaft, in der alle Menschen dazugehören und niemand auf Grund seines Geschlechts, seiner Herkunft, seiner Nationalität, seiner Religion oder seiner sexuellen Identität ausgegrenzt wird. Wir widersetzen uns – gewaltfrei, machtvoll und konsequent! Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.
Quelle: https://www.ramstein-kampagne.eu/aufruf-zu-aktionen-des-zivilen-ungehorsams-2019

Werbeanzeigen

Assange war nur der Anfang

Die Mächtigen knebeln die Presse, in USA, Frankreich, Australien und jetzt auch in Deutschland. Julian Assange wurde jahrelang mitten in Europa psychisch gefoltert (nach Aussagen des UN-Menschenrechtsbeauftragen), und soll lebenslänglich ins Gefängnis, weil er es wagte, uns über Kriegsverbrechen der US-Armee zu informieren. In Frankreich werden Journalisten und Zeitungen vom Geheimdienst drangsaliert. In Australien durchsucht die Polizei Redkationsgebäude und das Haus einer Journalistin, u.a. wegen Berichten über Fehlverhalten australischer Truppen. Und in Deutschland soll der Geheimdienst nun das Recht bekommen, sich in Computer von Journalisten zu hacken, um deren Quellen für unliebsame Veröffentlichungen zu enttarnen. – Quelle und Copyright: Norbert Häring – http://norberthaering.de/de/27-german/news/1147-assange-war-nur-der-anfang-die-maechtigen-knebeln-die-presse-in-den-usa-in-frankreich-und-jetzt-auch-in-deutschland

Slowakisches Akw Mochovce

Info der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000, Wien: Der desaströse Zustand von Reaktor 3 ist belegt: Hunderte Fotos und Videos, die Risse, falsch verlegte Kabel und sogar Löcher in den Dächern zeigen. Wir haben das Material Statikern und Reaktor-Experten gezeigt, die die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen haben. Mit diesem Material ist mein Kollege Reinhard gestern nach Brüssel gefahren, zum Treffen der europäischen Atomaufsichten (ENSREG), wo er das Material ebenfalls vorgelegt hat. Die gute Nachricht ist, dass es nun eine internationale Prüfung der Baustelle geben soll. Wir gehen davon aus, dass der Reaktor 3 damit am Ende ist. Das ist ein Riesen-Erfolg – schon jetzt! Ein Erfolg wie dieser fällt nicht einfach vom Himmel: Reinhard Uhrig kämpft seit über 10 Jahren gegen das AKW Mochovce. Es war ein langer und oft zermürbender Kampf mit vielen Rückschlägen. Jetzt sieht es danach aus als würde dieser jahrelange Einsatz am Ende belohnt. Umweltschutz braucht einen langen Atem und Durchhaltevermögen. Wir kämpfen nun dafür, dass diese Prüfung von kritischen ReaktorexpertInnen durchgeführt wird. Und wir arbeiten gerade daran, dass unser Anliegen auch von der neuen Übergangsregierung unter Bundeskanzlerin Bierlein weiter stark vertreten wird. Mit Ihrer regelmäßigen Spende helfen Sie uns dabei, dran zu bleiben. Reinhard Uhrig kämpft seit über 10 Jahren gegen das AKW Mochovce. Es war ein langer und oft zermürbender Kampf mit vielen Rückschlägen. Jetzt sieht es danach aus als würde dieser jahrelange Einsatz am Ende belohnt. – Infos: https://www.global2000.at/events/stopp-mochovce-fest?utm_source=email&utm_medium=mochovce&utm_campaign=20170607 – Bericht im „Tagesspiegel“: https://www.tagesspiegel.de/politik/atomenergie-slowakisches-akw-mochovce-beunruhigt-nachbarstaaten/24420010.html

Änderung des Aufenthalts-, Asyl- und Asylbewerberleistungsgesetzes

Gesetzeswelle aus dem Innenministerium – Beschluss des Migrationspakets bestehend aus 8 Gesetzen bereits am Freitag: Die große Koalition beabsichtigt, Hals über Kopf, acht (!) Gesetze zur Änderung des Aufenthalts-, Asyl- und Asylbewerberleistungsgesetzes bereits am kommenden Freitag im Bundestag zu beschließen. Kurzfristig wurden Gesetze auf die Tagesordnung des Innenausschusses gesetzt, die erst vorgestern in Sachverständigen-Anhörungen eine umfangreiche Kritik erfahren haben – diese Anhörungen auszuwerten, dafür bleibt aber keine Zeit. Offenkundig haben sich die Koalitionäre parallel zu den gestrigen Anhörungen über letzte Änderungen verständigt, die dann gestern nach 18 Uhr an die übrigen Fraktionen verschickt wurden. Alle gelegentlichen Beteuerungen der Koalition, zu einem geregelten und sorgfältigen Gesetzgebungsverfahren im Migrationsrecht zurückkehren zu wollen, erweisen sich vor dem aktuellen Vorgehen als Schall und Rauch. Massive Grundrechtseinschränkungen und offenkundig verfassungswidrige Regelungen sollen nun im Schnellverfahren und ohne Berücksichtigung der Kritik hieran durchgezogen werden. Mehr Informationen zu den diversen Änderungen und Verschärfungen, über die wir bereits in der Vergangenheit mehrfach berichtet haben, findet Ihr hier auf der Seite von Pro Asyl.
22 Anwalts- und Rich­ter­ver­ei­ni­gun­gen, Kin­der­rechts-, Wohl­fahrts- und Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen haben sich in einem offe­nen Brief an die Abge­ord­ne­ten des Bun­des­tags gewen­det, um gegen die geplanten Änderungen und insbesondere das sog. „Geordnete Rückkehr-Gesetz“ zu protestieren. Das Gesetz zielt auf Ausgrenzung und verstößt gegen Grund- und Menschenrechte, so die scharfe Kritik. Insbesondere die geplante Ausweitung der Abschiebungshaft, Kürzungen der Leistungen für Asylbewerber unter das Existenzminimum sowie die Einführung eines neuen prekären Duldungsstatus sind inakzeptabel und werden dramatische Auswirkungen für die Betroffenen haben, warnen die Organisationen. Den gesamten Brief könnt Ihr hier nachlesen.
EU wegen Abschottung vor Internationalem Strafgerichtshof angezeigt: Mehrere Menschenrechtsanwält/innen haben die EU und mehrere Mitgliedsstaaten vor dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag angezeigt. Die EU sei mit ihrer Abschottungspolitik verantwortlich für den Tod tausender Menschen, die versuchten, aus den libyschen Lagern zu entkommen und über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Die EU habe damit wissentlich die tödlichste Fluchtroute der Welt geschaffen. Mehr dazu hier auf der Seite des Niedersächsischen Flüchtlingsrats.
Information des Münchner Flüchtlingsrats – Quelle: https://mailchi.mp/b95428f41251/mfr-newsletter-juni-191?e=3420c72c56

15. Juni: „Tag der Bundeswehr“

Aus einem Bericht von „GERMAN-FOREIGN-POLICY.com – Informationen zur deutschen Außenpolitik. Nachrichten + Interviews + Analysen + Hintergründe“: Ruhm und Ehre. Das für gezielte Tötungen vorgesehene Kommando Spezialkräfte (KSK) der deutschen Armee wird beim diesjährigen nationalen „Tag der Bundeswehr“ erneut eine tragende Rolle spielen. Geplant ist unter anderem eine Vorführung, bei der Soldaten der Sondereinheit öffentlich ihr „gesamtes Einsatzspektrum“ präsentieren – Drohnen und Scharfschützen inklusive. Dies geschieht ungeachtet der Tatsache, dass Angehörige der Elitetruppe ungebrochen NS-Vorbildern huldigen. Erst unlängst wurden Berichte bekannt, denen zufolge KSK-Militärs beim Besuch eines Soldatenfriedhofs in Tunesien im Gästebuch den Satz „Ruhm und Ehre dem Afrika-Korps“ hinterlassen haben. Das Bekenntnis zu einer Gliederung der Naziwehrmacht korrespondiert mit Indizien, die auf die Beteiligung etlicher Mitglieder der Kommandoeinheit an einem rechtsradikalen Netzwerk hindeuten, das in einem potentiellen nationalen „Krisenfall“ selbst vor der Ermordung politischer Gegner nicht zurückschreckt. Bundesregierung und Armeeführung negieren entsprechende Hinweise … Der diesjährige „Tag der Bundeswehr“ dient … einmal mehr der Pflege von NS-Traditionen … – Quelle und ausführlicher Bericht: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7954
Mit einer Art militärischer „Volksfeste“ soll um neuen Nachwuchs und Zustimmung zur aktuellen Militärpolitik geworben werden – mit Hüpfburgen über Gulasch-„Kanonen“ bis hin zu ausgestellten Panzern und anderen Waffen versucht sich die Armee der Bevölkerung anzubiedern. – Infos der DFG/VK: https://keintagderbundeswehr.dfg-vk.de/ktdb-startseite
„Tag der Bundeswehr“: https://tag-der-bundeswehr.de

Neue Kommentare & Beiträge des isw-München

US-Sanktionen gegen Iran: Bis hin zum „heißen“ Krieg und völligen Chaos in der Nah- und Mittelostregion?
Karin Kulow
Trumps Wirtschaftskriegsziel: System Change in China
Fred Schmid
Zunehmende Einkommensungleichheit: Ist das so? Und ist das ein Problem?
Franz Garnreiter
Die CO2-Steuer – ein unzureichendes Lenkungsinstrument für den Klimaschutz
Franz Garnreiter
Die Webseite: www.isw-muenchen.de
isw – Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung e.V., Johann-von-Werth-Straße 3, München

Die Europawahl und die Zukunft der Demokratie

Wer soll Europas Politik bestimmen? Dazu sagt Greta Thunberg: “Bei dieser Wahl entscheidet ihr, unter welchen Bedingungen die Menschheit in Zukunft leben wird.” Die Wahl entscheidet über die Zukunft von denjenigen, die heute Kinder und Jugendliche sind und von denen viele für mehr Klimaschutz auf die Straße gehen. Deshalb müssen wir ihnen zuhören, genauso wie den Wissenschaftlern, die schon so lange vor dem Klimawandel warnen. Wenn wir jetzt nicht Politiker wählen, die unsere Erde wirksam schützen, werden unsere Kinder und Enkel in einer gefährlichen Welt leben, mit Überschwemmungen, Waldbränden, Dürren und einem steigenden Meeresspiegel. In der EU werden maßgebliche Entscheidungen zum Klimaschutz getroffen, deshalb zählt jede Stimme. Wenn wir nicht wählen gehen, gewinnen rechtsgerichtete Parteien, die den Klimawandel leugnen. Wir müssen alles tun, damit die Klimaleugner nicht an die Macht kommen. Es geht um die Zukunft unseres Planeten.
Wir haben einen Tipp: Informiert euch über die progressiv-alternative Partei „Demokratie in Europa“, gegründet von DiEM25: https://www.deineuropa.jetzt/policies. Viele gute Ziele, die von unterschiedlichen Kleinparteien vertreten werden, finden sich in dieser Liste gebündelt wieder. Wesentlich besser als die etablierten Parteien, die sozial und ökologisch versagen! Im 13-Minuten-Video ist mehr darüber zu erfahren: „Nein zum Hass, Ja zum Wandel. Für einen europäischen Frühling!“: https://youtu.be/Xru9O8_id2E.
Mehr Demokratie e.V. Landesverband Bayern informiert:
In einigen Ländern hat die Europawahl heute schon begonnen. In Deutschland ist es am Sonntag soweit. Viele sprechen von einer Schicksalswahl. Auch wenn sich an diesem Wochenende die Zukunft der EU noch nicht entscheiden wird, so ist der Wahlausgang zumindest ein Fingerzeig, wohin die Reise Europas in den nächsten Jahren geht: Zurück zu einem Europa der Nationalisten, oder zu einem Europa der Bürger*innen? Daher hat unser Landesverband letzten Sonntag die „Ein Europa für alle“- Demonstration in München mitorganisiert und vor 20.000 Menschen nochmals für ein Europa von unten geworben und sich klar gegen Nationalismus und Rassismus ausgesprochen. Neben den Europawahlen sollte aber das heutige Jubiläum „70 Jahre Grundgesetz“ nicht untergehen. Dies ist fraglos ein Grund zu feiern. Jedoch fehlt noch immer die direkte Demokratie auf Bundesebene – und auf die im Koalitionsvertrag versprochene Expertenkommission warten wir ebenfalls noch immer. Doch auch abseits davon bleibt die Demokratie nicht stehen, sondern entwickelt sich weiter. Wer die Demokratie zukünftsfähig machen will, sollte auch die Chancen der Digitalisierung mitdenken. Daher engagieren wir uns in einem internationalen Bündnis für digitale Beteiligung und bringen die Open-Source-Plattform Consul nach Deutschland. Weltweit wird diese schon in über 80 Städten genutzt, so auch in einigen großen Metropolen wie New York, Madrid und Buenos Aires – welche wird die erste bayerische Stadt?
European Public Sphere: Am 25. und 26. Mai findet in München der Corso Leopold statt. Wir sind dabei und bringen die European Public Sphere mit. Ein öffentlicher Raum für die Zukunftsfragen Europas! Alle sind eingeladen zu Gesprächen über Gedanken und Ideen. Die Kuppel kann jederzeit frei betreten und wieder verlassen werden. Alles weitere und die verschiedenen Schwerpunkte finden Sie hier.
Großdemo in München: Ein Europa für alle: In München setzten 20.000 Menschen eine Woche vor der Europawahl ein buntes und starkes Zeichen für Vielfalt, Demokratie und Menschrechte. In der Landeshauptstadt sowie in 6 weiteren deutschen und über 40 europäischen Städten wurde gegen Nationalismus und für die Vision eines anderen Europas demonstriert. Mehr hier!
Consul – Digitalisierung der Demokratie: Viele Städte versuchen heute ihr Miteinander mithilfe von modernen Technologien offener, transparenter und partizipativer zu gestalten. Das weltweit meistgenutzte Instrument dafür ist Consul. Millionen Menschen nutzen es regelmäßig, um Gesetzesideen einzubringen, über die städtische Mittelverwendung abzustimmen, oder um über drängende Probleme in ihren Vierteln zu diskutieren. Wir versuchen es nach Bayern zu bringen und suchen interessierte Städte. Falls Sie Tipps oder Anregungen für uns haben, teilen Sie die uns gerne mit. Erste konkretere Bestrebungen Consul zu implementieren gibt es bisher in München. Wer uns unterstützen möchte, kann gerne an der gemeinsamen Konsensierung zur Erstellung von Kritierien für eine Beteiligungsplattform teilnehmen. Mehr zur Methode des Systemischen Konsensieren finden Sie unter: http://www.sk-prinzip.eu/
Volksbegehrensbericht 2019 – Die direkte Demokratie boomt: Die direkte Demokratie wird immer häufiger genutzt – zumindest auf Landesebene. Das vergangene Jahr lag deutlich über dem Durchschnitt der Jahre zuvor: 2018 wurden 17 direktdemokratische Verfahren in sieben Bundesländern neu eingeleitet, davon fünf in Bayern. Mehr dazu in unserem Volksbegehrensbericht 2019.Dazu noch ein Filmtipp für Sonntag, von 19.30 – 20 Uhr: Direkte Demokratie – Chance oder Gefahr für die Demokratie? mit unserer Geschäftsführerin, Susanne Socher.
Ein europäischer Feiertag: Unser Landesvorstand Jörg Lipp spricht sich in der Sendung „BR Wahlarena“ für einen europäischen Feiertag aus – als Möglichkeit zusammenzukommen und über Europa zu diskutieren. Dies ist zwar keine offizielle Vereinsposition, aber ein schöner Gedankenanstoß, wie Europa in Zukunft gedacht werden kann. – https://www.br.de/mediathek/video/br-wahlarena-netz-22052019-gespraechsrunde-zur-europawahl-aus-bamberg-av:5ce67c4dac532a001a179e63 (ab Min 26:15)

Aktuelles von „Parents for Future“

Erst vor einigen Monaten hat sich Parents for Future gegründet. In der Zwischenzeit ist daraus eine Bewegung mit über 150 Ortsgruppen in ganz Deutschland und mit vielen Tausend engagierten Erwachsenen geworden. Lasst uns gemeinsam die großen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen angehen, die notwendig sind, um die nahende Klimakatastrophe doch noch abzuwenden! Wir werden auch in Zukunft über aktuelle Entwicklungen informieren und über Aktionen aus unseren Ortsgruppen berichten. Wir würden uns freuen, wenn ihr den Newsletter lest und ihn an interessierte Menschen weiterleitet. Den Newsletter findet ihr hier: https://parents4future.net/system/files/2019-05/PvF_BE_Newsletter_2_19_K.pdf
Unsere Aktion E-Petition an den deutschen Bundestag – Unterschriftensammlung ist erfolgreich beendet. Über 70.000 Menschen unterstützen unsere Forderung nach einem wirksamen Klimaschutzgesetz noch in diesem Jahr. Damit ist die Petition von Parents for Future unter den 10 erfolgreichsten Petitionen, die jemals an den Bundestag gestellt wurden. Vielen Dank an alle Menschen, die dies mit ihrem Einsatz möglich gemacht haben. Der Termin zur Verhandlung der Petition im Petitionsausschuß des Bundestages ist wahrscheinlich der 23. September 2019. – Newsletter bestellen über newsletter@parentsforfuture.de

Räte in München. Vom Aufbruch und der Niederlage

„Räte in München. Vom hoffnungsvollen Aufbruch und von der hoffnungslosen Niederlage: 7. November 1918 bis Anfang Mai 1919“. Ein Vortrag mit Günther Gerstenberg. Am Mittwoch, 22.5., um 19.30 Uhr, in der Stadtbibliothek, Aumühle, FFB. Der Maler, Bildhauer und Buchautor Günther Gerstenberg widmet sich in seinem Vortrag „Räte in München“ den revolutionären Ereignissen in Bayern, beginnend am 7. November 1918, endend am 3. Mai 1919, durch eine blutige Niederschlagung von Reichswehr und Freikorps zum Schweigen gebracht. Am 7. November 1918 entwickelt sich aus einer Demonstration auf der Münchner Theresienwiese gegen die Fortsetzung des Krieges eine revolutionäre Dynamik, die Kurt Eisner aufgreift. Die alte Ordnung bricht schnell und gewaltfrei zusammen, der König flieht. Vier Jahre Krieg haben besonders bei der Arbeiterschaft viel Not und Elend ausgelöst. Es erschien legitim, nach dem Ende der Monarchie etwas Neues zu schaffen, das die Lebens- und Mitwirkungsrechte aller Bürger im Blick hat. Dies bedeutet, dass die liebgewordenen Privilegien besonders der Kirche und des Bürgertums zur Disposition stehen. Die Privilegierten wehren sich massiv dagegen, und setzen eine Lawine aus Schmähungen, Lügen, Hass und Morddrohungen in Gang. Der Blick zurück auf diese Zeitspanne war oft genug verzerrt und unwahr, und kriminalisierte die Protagonisten des Geschehens. Es ist an der Zeit, den Fakten Raum zu geben. Dies ist das Hauptanliegen des Referenten. Gerstenberg ist kurz nach Ende des II. Weltkriegs geboren. Er ist Verfasser einiger Bücher. Neben der Neuerscheinung „Räte in München“ sind zu erwähnen: „Der kurze Traum vom Frieden“ beschäftigt sich mit den Ursachen und Folgen des großen Streiks im Januar 1918 in München. „Wir geben nicht auf“ stellt unbekannte Gedichte von Erich Mühsam vor. „An Jackl packst am End vom Stiel“ schildert den Arbeiteralltag in Schwabing 1890 bis 1933. „Freiheit“ beleuchtet den sozialdemokratischen Selbstschutz im München der zwanziger und frühen dreißiger Jahre. – Kooperationsveranstaltung der Stadtbücherei mit dem Sozialforum Amper. Eintritt frei.

Mutters Tag?

Verschiedene US-amerikanische Friedensinitiativen weisen darauf hin, dass der „Muttertag“ ursprünglich nicht das Geringste mit Kommerz und Konsum zu tun hatte. Sondern es war ein Schrei nach Frieden nach dem amerikanischen Bürgerkrieg. 1870 startete Julia Ward Howe eine Mütter-Friedenstag-Initiative unter dem Schlagwort peace and motherhood mit dem Ziel, dass die Söhne nicht mehr in Kriegen geopfert werden sollen.
Friedens-Proklamation zum Muttertag 2019:
(CODEPINK is a women-led grassroots organization working to end U.S. wars and militarism, support peace and human rights initiatives, and redirect our tax dollars into healthcare, education, green jobs and other life-affirming programs.)
„Statt Blumen gebt uns Frieden. Statt eines Brunchs beendet die Kriege. Lasst keine Mütter mehr ihre Kinder aufziehen, damit sie anderer Mütter Kinder töten.
Gebt uns stattdessen die Abschaffung des Kriegs, die Beförderung von Frieden und der Sorge um Menschen und den Planeten.
Jeden Tag fordert die Grausamkeit des Kriegs das Blutopfer von Kindern von Müttern: Junge und Alte, Zivilist und Soldat, fremd und einheimisch. Jeden Tag saugt die Kriegsgier unseren Wohlstand ab und lässt das versickern, was Leben und Wohlstand nähren sollte. Jeden Tag verwüsten und verschmutzen die Militärs dieser Welt die fragilen Ökosysteme unseres einen und einzigen Zuhauses. Jeden Tag rast die Menschheit näher zu auf ihre Vernichtung durch Nuklearwaffen und Klimakrise.
Es ist Zeit zu sagen: Schluss damit! Sich zu weigern, bei diesem Wahnsinn mit zu machen. Mit dem Fuß aufzustampfen, jede und jeder, und die Forderungen des Militärs nach Blutopfern in all den vielen Ausprägungen zurückzuweisen. Weder das Fleisch von unserem Fleisch noch die Kinder anderer Mütter, weder die Früchte unserer Arbeit noch die Lebenskraft der Erde sollten den verlogenen Kriegsgötzen geopfert werden.
Wir, die Mütter und die Kinder von Müttern, fordern Respekt für unsere gemeinsame Mutter, die Erde, und das Ende der Vergewaltigung ihres Daseins durch das Militär.
Muttertag zu feiern, ohne diese Veränderungen zu fordern, klingt schal. Es wird eine Zelebrierung leerer Worte, geistloser Plattitüden, Tunnelblicke und gleichgültiger blinder Flecke.
Für jede Mutter, die mit ihren Kindern diniert, stehen zwei andere Mütter, deren Kinder versuchen, sich gegenseitig umzubringen. Für jede Mutter, die Rosen riecht, gibt es eine andere Mutter, die um den Körper ihres Kindes wehklagt. Für jede Mutter, die neben ihrem ins College eingeschriebenen Sohn flaniert, gibt es den Sohn einer anderen Mutter, dem Armut und Ungerechtigkeit eingeschrieben sind. Für jede Mutter, die die Schönheit des Frühlings begrüßt, gibt es eine andere Mutter, die aufschreit unter dem Terror von Bomben und Kugeln. Für jede Mutter, die es genießt, im Bett zu frühstücken, gibt es eine andere Mutter, hungrig und obdachlos, staatenlos und auf der Flucht vor Krieg.
Wir, die Mütter und die Kinder von Müttern, stehen vereint gegen Krieg und vereint für das Wohlergehen von Menschen und Planet.
An diesem Muttertag 2019 lasst uns versprechen, alle Kinder und unseren gefährdeten Planeten zu schützen. Lasst keiner Mutter Kind das Kind einer anderen Mutter töten. Lasst jede Mutter Krieg widerstehen. Lasst jede Mutter nach Frieden rufen. Lasst den Schrei jeder Mutter gehört werden. An diesem Muttertag, statt Blumen gebt uns Frieden, statt Brunch beendet die Kriege!“ – (Übersetzung: U. Mathern)
Quelle: https://www.codepink.org/mothersday2019