Israel als Apartheidstaat

Das Netzwerk „Global Kairos for Justice“ ruft die Christen in aller Welt auf zur Unterstützung der Palästinenser in ihrem Kampf für Gerechtigkeit und Frieden. Wenn Israel mit den geplanten Annexionen tatsächlich beginnt (beginnen sollte), wird es auch formaljuristisch, was es de facto längst ist: ein Apartheidstaat. Der Vorwurf, den Israel stets zurückgewiesen hat, wiegt schwer; Apartheid ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Israel ist dann kein Rechtsstaat mehr und eine Demokratie nur noch für einen Teil seiner Bevölkerung. „Kairos“ als eine Widerstandsbewegung der christlichen Kirchen gegen Apartheid ist in den 70er und 80er Jahren in Südafrika entstanden, wo sie eine bedeutsame Rolle im Kampf gegen das damalige rassistische Regime Südafrikas gespielt haben. Christinnen und Christen aus 33 Ländern erheben jetzt wieder ihre Stimmen des Protestes gegen die Annexionspläne der israelischen Regierung. Sie sind organisiert im internationalen Netzwerk „Global Kairos for Justice“ und haben am 1. Juli 2020 ein Dokument mit dem Titel „Cry for Hope. Ein Schrei nach Hoffnung“ verabschiedet. Wir können, heißt es dort, „nicht Gott dienen und gleichzeitig zur Unterdrückung der Palästinenser schweigen.“ Mit Mahnwachen in über 20 Städten haben Kairos-Initiativen in Deutschland am 26. Juni 2020 vor den Sitzen der Bischöfe, Kirchenpräsidenten und anderen Amtsträgern der verschiedenen Konfessionen und Glaubensrichtungen Mahnwachen veranstaltet und Protestbriefe übergeben. Fotos von den Aktionen werden am Ende des Videos gezeigt. Im Mittelpunkt aber steht die Diskussion mit zwei ausgewiesenen Kennern und Aktivisten aus der deutschen und internationalen Kairos-Bewegung. Sönke Hundt interviewt per Zoom Wiltrud Rösch-Metzler, Journalistin und Diözesanvorsitzende der katholischen Friedensorganisation Pax Christi und Prof. Dr. Ulrich Duchrow, emeritierter Professor für systematische Theologie an der Universität Heidelberg und einer der wichtigsten Befreiungstheologen in Deutschland. Was heißt es politisch für die internationale Gemeinschaft, wenn Israel (zusammen mit den USA) immer offensichtlicher das Völkerrecht mit Füßen tritt und immer mehr zu einer ungeregelten Politik der Stärke übergeht? Und was heißt es theologisch, wenn ein Teil der Bevölkerung entrechtet und beraubt wird und diese Politik mit religiösen Argumenten begründet wird. Die jetzige Kairos-Protest-Bewegung sieht sich ganz in der Tradition des deutschen evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer, Begründer der Bekennden Kirche, der sich im April 1933 gegen die Judenverfolgung des faschistischen Staates wandte. Für Bonhoeffer war das ein „status confessionis“, ein „Bekenntnisnotstand“, in dem die kirchliche Gemeinschaft auf dem Spiel stehe. Der Lutherische Weltbund erklärte auf seine Vollversammlung 1977 in Daressalam die Apartheid ebenfalls zu einem „status confessionis“. Entsprechend heißt es im aktuellen Kairos-Aufruf „Schrei nach Hoffnung“: „Das Kirchesein der Kirche, die Integrität des christlichen Glaubens und die Glaubwürdigkeit des Evangeliums stehen auf dem Spiel… Wir stellen fest, dass christliche Unterstützung des Zionismus als einer Theologie oder Ideologie, die das Recht eines Volkes legitimiert, einem anderen die Menschenrechte zu verweigern, unvereinbar mit dem christlichen Glauben und ein schwerer Missbrauch der Bibel ist.“ Gerade weil die rechts-nationalistische Regierung Netanyahus ihre Politik des Landraubs und das behauptete „Recht“ Israels auf die palästinensischen Gebiete („Erez Israel“) vorwiegend religiös mit Bezug auf bestimmte Abschnitte des Alten Testaments begründet, wiegt der Vorwurf des Missbrauchs um so schwerer. – Für den „Schrei nach Hoffnung“ ist die internationale Website freigeschaltet worden: https://www.cryforhope.org/(link is external). Weitere Infos auch über https://kairoseuropa.de/kairos-palaestina-solidaritaetsnetz/aktuelle-ana…(link is external). Dort ist auch der deutsche Aufruf und der Bericht über die Mahnwachen erhältlich. – Quelle und 50-Min.-Video: https://weltnetz.tv/video/2365-israel-als-apartheidstaat

„Ramstein-Proteste“: Keine Drohnen und Aufrüstung

„Ramstein-Proteste“ vom 25. bis 27. September in Berlin. Das Aktionsbüro Stopp Air Base Ramstein informiert: „Berlin ist der richtige Ort, um der Politik zu verdeutlichen: Ohne uns! Wir wollen weder Drohnen noch Aufrüstung, wir wollen weder Atomwaffen noch Militärbasen. Wir wollen Frieden und Abrüstung!“, so Pascal Luig vom Koordinierungskreis der Kampagne Stopp Air Base Ramstein. Unsere Bundesregierung möchte nicht mehr nur die Unterstützung amerikanischer Killerdrohnen von deutschem Boden aus dulden – sie möchte nun auch ihre eigenen Drohnen bewaffnen. Wir erleben eine ungebremste Aufrüstung trotz Corona-Krise und fehlenden Investitionen im Gesundheitssektor. Predator-Drohnen, die bereits tausenden unschuldigen Männern, Frauen und Kindern ihr Leben genommen haben, werden nun auch genutzt, um Demonstranten in den USA zu überwachen. Trump kündigt an, 9.500 Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen. Sollte es gelingen, dass die Soldaten tatsächlich in die USA zurückkehren und nicht einfach weiter Richtung Osten versetzt werden, könnte dies ein wichtiger Schritt in eine friedlichere Welt sein. Doch die Politik – insbesondere die der Region Kaiserslautern – versetzt die Ankündigung in regelrechte Panik. Es ist unsere Aufgabe durch öffentlichen Druck dafür zu sorgen, dass der Abzug der Soldaten tatsächlich stattfindet und als das gesehen wird, was er sein könnte: eine Chance für eine bessere Zukunft: Eine Chance, tausende US-Soldaten zurück in ihre Heimat zu ihren Familien zu bringen. Eine Chance, die Region Kaiserslautern für eine lebenswerte Zukunft zu wappnen, indem Konversionspläne umgesetzt werden, die menschen- und umweltfreundlich sind. Die keinen Platz lassen für eine alles Leben zerstörende Kriegsindustrie! Eine Chance, Drohnenmorde von deutschen Boden, die gegen Menschen- und Völkerrecht verstoßen und bereits tausenden unschuldigen Menschen ihr Leben gekostet haben, endlich zu beenden! Lasst uns vom 25. – 27. September 2020 in Berlin gemeinsam ein starkes Zeichen gegen die Air Base Ramstein setzen! www.ramstein-kampagne.eu
SPD unterstützt nun doch die bewaffnete Drohne der Bundeswehr. Als „Schande und erbärmlich“ bezeichnete Reiner Braun vom Koordinierungskreis der Kampagne Stopp Air Base Ramstein die Bereitschaft der SPD-Bundestagsfraktion, der Bewaffnung der Drohnen für die Bundeswehr zuzustimmen und damit wieder vor der CDU einzuknicken. Die im Koalitionsvertrag versprochene breite gesellschaftliche Debatte über die Bewaffnung hat es nicht gegeben. Vielmehr wurde ein Elitendiskurs geführt, der die Bürger*innen und die Opfer der Drohneneinsätze bewusst ausgeschlossen hat. Es bleibt dabei: Der Einsatz von bewaffneten Drohnen ist größtenteils völkerrechtswidrig und die Opfer sind in der großen Mehrzahl Zivilisten. Dieses hält die SPD jedoch nicht von ihrer Zustimmung ab. https://www.ramstein-kampagne.eu/?na=v&nk=10267-c978d90e45&id=114

Neue Beiträge vom isw

Analysen, Berichte, Kommentare: isw – sozial-ökologische Wirtschaftsforschung e.V., München – www.isw-muenchen.de

Der Begriff „Rasse“ ist rassistisch und Rassismus ist tödlich. – Claus Schreer, 24. Juni 2020
Die Fleischindustrie – Ein Brennglas-Effekt auf Probleme der kapitalistischen Produktionsweise – Christin Bernhold, 21. Juni 2020
Brief an meine Enkelin Eva c/o Fridays for Future – Conrad Schuhler, 20. Juni 2020
Geplanter US-Truppenabzug aus Deutschland – kein Grund zum Jubeln – Walter Listl, 17. Juni 2020

Kampagne Stopp Air Base Ramstein

Auch in der Corona-Krise will der Militärisch-Industrielle-Komplex, die ohnehin schon bis an die Zähne bewaffnete Welt weiter hochrüsten. So hat Deutschland an die NATO für 2020 Verteidigungsausgaben von mehr als 50 Milliarden Euro (2015 noch 35,5 Milliarden Euro) gemeldet. Das ist Geld, welches dringend für die Gesundheitsfürsorge, Bildung, Soziales und den Naturschutz gebraucht würde. Ein verhalten positives Signal kommt aus Washington: Mehrere Medien berichten, dass Trump einen großen Teil der in Deutschland stationierten Soldaten abziehen möchte. Das begrüßen wir natürlich sehr. Wir hoffen, dass die US-amerikanischen Soldaten nach Hause fahren können und nicht in weiteren sinnlosen Konflikten und Kriegen eingesetzt werden. Die Truppen nach Polen oder andere europäische Länder zu verlagern, bringt uns dem Weltfrieden jedenfalls nicht näher. Dies alles zeigt uns, dass Protest notwendiger ist, denn je. Wir haben uns lange Gedanken gemacht, welche Aktionsformen im Rahmen unserer Möglichkeiten sinnvoll sein könnten. Nach vielen Diskussionen sind wir der Meinung, dass ein Friedenscamp und eine Demonstration mit begrenzter Teilnehmerzahl im Juli unter den aktuellen Rahmenbedienungen für den Protest gegen die Air Base wenig förderlich ist. Wir werden aber auch 2020 auf Straßenproteste nicht verzichten. Wir sind vom 25. – 27. September mit Straßenprotesten und weiteren Aktionen in Berlin. Die lange Zeit bis September wollten wir euch dennoch nicht warten lassen und haben daher die Online-Aktionstage vom 8. – 11. Juli ins Leben gerufen. Mit unseren Online-Aktionstagen hoffen wir diesmal auch all jene zu erreichen, die sich zwar für das Thema Drohnenkrieg interessieren, denen der Weg bis nach Ramstein bisher aber zu weit war. Wir wollen mit unserer Aufklärungsarbeit mehr Menschen erreichen! Nur die Aufklärung ermöglicht die notwendige Transparenz für den Widerstand gegen die aktuelle Rüstungspolitik – das wiederum übt Druck auf unsere Politiker bei Ihren Entscheidungen! Um mit Stéphane Hessel zu sprechen: Wir wünschen allen, jedem einzelnen von Euch, einen Grund zur Empörung.
Beim Virtuellen Friedenscamp vom 8. – 10. Juli könnt ihr bei Vorträgen und Gesprächsrunden neues über Friedenspolitik kennenlernen oder euch einfach nur in Chaträumen untereinander austauschen. Bei der Online-Aktionskonferenz am 11. Juli planen wir zusammen mit euch unseren Protest im September in Berlin. Wir bitten um Anmeldung: Sendet dafür eine E-Mail mit dem Betreff „Online-Aktionskonferenz“ an info@ramstein-kampagne.eu. Zum Abschluss der Aktionswoche präsentieren wir euch das Online-Konzert: Wir wollen unsere Online-Aktionstage musikalisch mit euch ausklingen lassen und die Gelegenheit nutzen, auch in diesen besonderen Zeiten Solidarität zu leben. Sowohl viele unserer Künstler als auch unsere Aktionsküche Fläming Kitchen, die uns im Camp immer mit großartigem Essen versorgt haben, sind durch die Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Wir möchten unsere Online-Aktionstage deshalb auch dazu nutzen, um uns solidarisch zu zeigen mit den wundervollen Menschen, die unseren Protest immer mit großartiger Musik und fantastischem Essen unterstützt haben. Deshalb sammeln wir im Zuge des Online-Konzerts auch Spenden für unsere Künstler und Fläming Kitchen, damit sie uns auch zukünftig tatkräftig und lautstark unterstützen können. Ihr könnt euch dafür auf ein Konzert mit ganz tollen Künstlern und Künstlerinnen freuen. Mehr Informationen zur Online-Aktionswoche gibt es hier. – Quelle mit viel mehr Infos: https://www.ramstein-kampagne.eu/?na=v&nk=10267-c978d90e45&id=111

Lagerpflicht für Geflüchtete abschaffen

Eine Studie der Uni Bielefeld bestätigt Kritik an Lagerunterkünften für Geflüchtete. In der Studie wurde festgestellt, dass bei einem Ausbruch des Corona Virus in Sammelunterkünften das Ansteckungsrisiko bei 17% liegt. Kollektivquarantäne verschlechtert die Situation zusätzlich. „Die Unterbringung von Geflüchteten sollte grundsätzlich coronaschutzkonform erfolgen, d.h. möglichst dezentral bzw. bei zentralen Einrichtungen möglichst in Einzelunterbringung in kleinen Wohneinheiten, damit bei Auftreten eines Falls eine rasche Ausbreitung vermieden wird und eine adäquate Kontaktnachverfolgung möglich ist.“ (Auszug aus dem Fazit der Forschung). Genauere Informationen findet ihr hier und hier.
Petition: „Lagerpflicht für Geflüchtete abschaffen“. „Vor dem Virus sind alle gleich“ – das ist ein Satz, der aktuell oft gesagt wird. Doch das stimmt leider nicht. Menschen, die bereits vor der Krise von prekären Lebensverhältnissen betroffen waren, trifft Corona um ein Vielfaches stärker. Weltweit sind alle Menschen dazu verpflichtet, Abstand zu halten. Vonseiten der Regierung werden zum Wohle Aller Groß- und Massenveranstaltungen abgesagt. ABER: Massenunterkünfte werden weiter betrieben. Ein Widerspruch! Diese Tatsache ist nicht nur lebensgefährlich für die Menschen, die in den Sammelunterkünften leben müssen, sondern für alle! Die Lagerpflicht für Geflüchtete muss endlich abgeschafft werden! Deswegen haben wir gemeinsam mit dem Bayrischen Flüchtlingsrat, LeTRa, Refugee Struggle for Freedom und dem Sub e.V. eine Petition an den Bayrischen Landtag gestartet. Hier könnt Ihr unterschreiben und die genauen Forderungen nachlesen.

Coordination gegen BAYER-Gefahren

Für die Bayer-Hauptversammlung am 28. April hat die „Coordination gegen BAYER-Gefahren“(CBG) einen Antrag auf Nichtentlastung des Vorstands gestellt … Bayer hat 2018 die Übernahme des US-amerikanischen Agrar-Konzerns Monsanto vollendet. Dadurch gelangte auch das Herbizid Roundup mit seinem Wirkstoff Glyphosat ins Sortiment. Dieses Mittel hatte die Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) bereits im März 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Trotzdem steht der Vorstand in Treue fest zu Glyphosat und streitet das Gefährdungspotenzial schlicht ab … Ende des vergangenen Jahres wurde eine Verbindung zwischen Bayer und dem US-amerikanischen Verband Foreign Press Association (FPA) bekannt … Der Konzern wirkte als Gründungsmitglied und wesentlicher Teil der IG Farben an der Tötungsmaschinerie mit. Die IG unterhielt in Auschwitz ein eigenes KZ, ließ sich von der SS mit Zwangsarbeitern versorgen und führte Menschenversuche durch. Zu dem lieferte das Unternehmen den Rohstoff Zyklon B. Bis heute entzieht sich der Bayer-Konzern konsequent seiner historischen Verantwortung und ist nicht bereit, sich bei den Zwangsarbeitern bzw. deren Nachkommen zu entschuldigen … – Interview mit Marius Stelzmann, Geschäftsführer des CBG: https://www.nachdenkseiten.de/?p=61417 – Die Webseite mit diversen Infos: http://www.cbgnetwork.org/1.html.

Geld für Gesundheit statt für Rüstung!

Die Kampagne des Netzwerks Friedenskooperative kann auch online unterzeichnet werden. Die Corona-Krise führt uns vor Augen, wie wichtig ein funktionierendes und gut ausgestattetes Gesundheitssystem ist. Jahrelang wurde beim Personal gespart und wichtige Bereiche wurden privatisiert. Angesichts der Corona-Krise und zukünftiger Prävention von Pandemien müssen die Gelder für das Gesundheitswesen massiv erhöht werden. Gleichzeitig gibt die Bundesregierung jedoch Milliarden Euro für Rüstung und Militär aus. Daher fordern wir von der Bundesregierung: Geld für Gesundheit statt für Rüstung! Weiterlesen und unterzeichnen auf: www.friedenskooperative.de/gesundheit-statt-ruestung – Mehr Infos: https://abruesten.jetzt/?na=v&nk=5040-06432b1b24&id=89
Aktuelles Buch: Conrad Schuhler „Wie weit ist es noch bis zum Krieg? Die USA, China, die EU und der Weltfrieden“, papyrossa verlag, Neue Kleine Bibliothek 285, 143 Seiten, ISBN 978-3-89438-727-3.

‚Defender Europe 2020 plus‘-Provokation

Die US-Army gab bekannt, dass sie im Juni den anstehenden Austausch ihrer Truppen im Rahmen der „Operation Atlantic Resolve“ trotz der Risiken durch die Corona-Pandemie durchführen wird und auch der Militäraufmarsch „Defender Europe 2020“ soll in modifizierter Form wieder aufgenommen werden … Die US Army kündigt ein ‚DEFENDER-Europe 20 Plus‘ an und wird in den nächsten Wochen mit 4.000 Soldaten, über 2.000 Panzern, Panzerhaubitzen sowie bis zu 2.000 anderen Militärfahrzeugen und Ausrüstung in Belgien, den Niederlanden oder auch einem deutschen Nordseehafen anlanden und dann Truppen und Militärgerät quer durch Deutschland auf das Truppenübungsgelände Drawsko Pomorskie in Polen verlegen. Dort soll dann vom 5. bis 19. Juni mit 2.000 polnischen Soldaten die Kriegsübung ‚Allied Spirit‘ durchgeführt werden. Die noch für den Mega-Militäraufmarsch DEF20 auf dem Truppenübungsplatz Bergen-Hohne eingerichtete Zwischenstation für durchreisende Soldaten und die Ausrüstung eines ganzen Panzerbrigade-Kampfteams soll bei dem Durchmarsch der US-Truppen wieder genutzt werden und auch die militärischen Nachschublager in Rheinland-Pfalz und NRW sind erneut eingeplant … Während die Welt, während Europa, während wir alle mit den tödlichen Risiken und dramatischen sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie kämpfen, müssen wir erschüttert zur Kenntnis nehmen, wie schnell die US-Militärmaschine, unterstützt von der NATO, trotz der akuten Pandemie-Gefahr wieder Fahrt aufnimmt. Die US-Militärs kündigen außerdem für die nächsten Monate noch weitere große internationale Manöver in der Ostseeregion, auf dem Balkan und am Schwarzen Meer an. Die USA bereiteten sich mit ‚Atlantic Resolve‘ und ‚Defender Europe 2020 plus‘-Provokationen auf einen Krieg mit Russland vor. Diese aggressive Drohpolitik muss gestoppt werden! Während die Zivilbevölkerung in Europa in ihrer Bewegungsfreiheit massiv eingeschränkt wird, haben die Militärkonvois auf allen Straßen freie Fahrt … – Quelle: https://www.pressenza.com/de/2020/05/die-us-militaermaschine-in-europa-nimmt-wieder-fahrt-auf-atlantic-resolve-und-defender-europe-2020-plus-sofort-stoppen.

Die Schattenkosten & der Stand der Militarisierung – Interview mit Reiner Braun, dem Geschäftsführer des International Peace Bureau. Wir sprechen über die Militarisierung, deren jüngste Entwicklungen und Schattenkosten für die Gesellschaft. Außerdem gehen wir auf individuelle und kollektive Lösungen ein, um unser System friedlicher und kooperativer zu gestalten.- 22-Minuten-Video: https://youtu.be/nDdMHpIwPQo.

Rechtsextreme stricken neue Feindbilder

Aus einer Pressemitteilung des LKS: »Menschen, die sich von den rechtsextremen und antisemitischen Verschwörungsmythen rund um Covid 19 betroffen und bedroht fühlen, leiden besonders unter der aktuellen Situation. Extrem rechte und antisemitische Akteur_innen sind mit ihren Feindbildern omnipräsent in den Medien, den sozialen Netzwerken und im Zuge der Demos jetzt auch auf der Straße. Das macht vielen Menschen Angst, Schutzräume fallen weg und sie sind zum Teil isoliert“ … In Oberbayern beteiligten sich neben AfD und JA-Politikern auch Anhänger_innen der Reichsbürgerbewegung, Sympathisant_innen der als rechtsextrem eingestuften Identitären Bewegung und organisierte Neonazis vom Dritten Weg, der rechtsextremen Kleinstpartei ‚Die Rechte‘, Politiker der NPD-Tarnliste ‚Bürgerinitiative Ausländerstopp‘ sowie Protagonist_innen der extrem rechten Hooliganszene und Mitglieder völkischer Burschenschaften … Dabei werden oft rassistische und antisemitische Feindbilder bedient, was bis hin zu recht eindeutigen Relativierungen der NS-Herrschaft und der Shoah reicht … Die Zusammensetzung der Teilnehmer_innen ist relativ heterogen, ein verbindendes Element scheint das verschwörungsideologische Denken zu sein – es eint beispielsweise Impfgegner_innen, Esoteriker_innen und die extreme Rechte. Leider werden davon auch Personen beeinflusst, die sich primär Sorgen um ihr Sozialleben, ihre wirtschaftliche Existenz oder um Freiheitsrechte machen. Es ist zu hoffen, dass viele davon den Charakter der Proteste noch rechtzeitig erkennen …« – Die Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus (LKS) ist eine bayernweit tätige Fachstelle. Hauptaufgabe der LKS ist dabei die themenfeldbezogene Koordination von Vernetzung, Information und Beratung. Die LKS bietet aktive Unterstützungs- und Vermittlungsarbeit an. Diese leistet einen wichtigen Beitrag zu einer dauerhaften und nachhaltigen Auseinandersetzung mit den Themenbereichen extreme Rechte, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF) und Rassismus in Bayern. Die LKS ist eine Einrichtung des Bayerischen Jugendrings (BJR). – https://www.lks-bayern.de

Stellungnahme des Attac-Koordinierungskreises

Durch Austausch und Organisierung in Gruppen wie den deutschlandweit lose vernetzten Telegram- und Facebook-Gruppen „Corona-Rebellen“ entsteht Kontakt zur rechtsextremen Szene, welche zunehmend versucht, das Thema Corona für sich zu vereinnahmen … In diesem Umfeld hat sich auch die selbsternannte „Mitmach“-Partei „Widerstand2020“ gegründet. Einer ihrer zentralen Programmpunkte ist die Positionierung gegen eine Impfpflicht. „Widerstand2020“ hat nach eigenen Angaben mittlerweile 100.000 Mitglieder und zentriert sich um den Arzt Bodo Schiffmann, welcher mit Youtube-Videos über die angebliche Ungefährlichkeit des Corona-Virus aufgefallen ist. Ihr Ziel ist der Antritt zur nächsten Bundestagswahl. Auch hier fallen teils rechtsextreme sowie antisemitische Inhalte auf, wodurch eine Unterwanderung durch Rechtsextreme, wie zum Beispiel bei den Montagsmahnwachen, droht … Es ist jetzt wichtig, dem Staat auf die Finger zu schauen, wenn es um Einschränkungen der Versammlungsfreiheit geht. Und es ist richtig, mit politischen Aktionen auf die Straße zu gehen, wie Attac dies beispielsweise im Rahmen der Kampagne #waswirklichwichtigist am 1. Mai getan hat und weiter tun wird. Wenn Proteste und Gruppierungen aber in Form von Rassismus, Antisemitismus und Verschwörungstheorien daherkommen, lehnen wir sie aufs Schärfste ab und distanzieren uns von diesen … Aufgrund der Nähe der „Corona-Rebellen“ zu diesem Gedankengut kommt eine Zusammenarbeit für Attac in keiner Form infrage. Der Attac-Konsens lehnt jegliche Zusammenarbeit mit Personen mit rassistischem, antisemitischem oder verschwörungstheoretischem Gedankengut ab. Wir sprechen uns daher ganz klar gegen die Teilnahme an solchen Demonstrationen und die Verbreitung solcher Inhalte aus. – Die ganze Stellungnahme: https://www.attac.de/was-ist-attac/strukturen/gremien/kokreis/stellungnahmen/8-mai-2020-stellungnahme-zu-coronaskeptikerinnen